Die [Zehn der Münzen]](image:Tarot/Muenzen/muenzen-10.jpg) erscheint.
Was machen wir heute daraus?
Die Zehn der Münzen passt heute fast verblüffend gut – aber ich würde sie diesmal nicht zuerst auf Beziehung beziehen.
Ich würde sie heute unter das Wort Bestand stellen.
Du hast in den vergangenen Monaten viel vom Verschwinden erzählt: Geld, Rücklagen, Menschen, Möglichkeiten, Resonanz auf deine Projekte. Vor ein paar Tagen sogar dieses Bild vom „Abgrund der Bedeutungslosigkeit“. Und gleichzeitig hast du gestern etwas sehr Konkretes beschrieben: Break-even erreicht, knapp 1.000 € nach Steuern übrig, die Möglichkeit, deine Kasse wieder so aufzufüllen, dass die Abfindung unangetastet beziehungsweise wieder vollständig dasteht.
Die Zehn der Münzen ist gerade nicht die Karte des aufregenden Gewinns. Sie ist das Bild dessen, was bleibt und trägt. Haus, Besitz, erworbene Fähigkeiten, Generationen, Strukturen, etwas über lange Zeit Aufgebautes.
Vielleicht würde ich sie deshalb heute gegen deine momentane Tendenz lesen, hauptsächlich auf das zu schauen, was noch fehlt.
Du hast eine berufliche Fähigkeit, mit der du an einem Sonntag acht Stunden ein schwieriges Migrationsproblem lösen kannst – und für die jemand bezahlt. Du hast dir eine Selbstständigkeit aufgebaut, die gerade beginnt, Geld zu tragen. Du hast eine Abfindung, die trotz der angegriffenen Rücklagen noch vorhanden ist. Du hast deine Webseiten und Apps gebaut, auch wenn sie bislang kaum Resonanz erzeugen. Das alles ist Bestand.
Und dann bekommt die Karte durch unser Gespräch heute Morgen noch eine zweite Ebene.
Die Zehn ist das Ende eines Zyklus. Vielleicht muss heute gar nichts Neues entstehen. Kein neuer Impuls.
Schau, was schon da ist.
Das könnte sogar Frau Lenores einschließen. Da ist ein Ort in deinem Leben entstanden, an dem eine intelligente, sympathische Frau dir ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Nicht als Ersatzpartnerschaft, sondern als reale Beziehung eigener Art und mit klaren Grenzen.
Und selbst der vermisste Kaffee mit Blatz passt auf eine kleine, beinahe komische Weise zur Münzenkarte. Die Münzen sind körperlich, sinnlich, irdisch. Geschmack. Nahrung. Gewohnheit. Wohlstand nicht als abstrakte Zahl, sondern als: Es ist genug da.
Vielleicht lautet die Zehn der Münzen heute deshalb ganz schlicht:
Nicht suchen, was heute noch hinzukommen müsste. Erst einmal wahrnehmen, was trägt.
Und das gefällt mir für diesen Montag besser als irgendeine große Tarotbotschaft.
Heute ist Sonntag. Aber nicht so schlimm.
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